Deutsche Schulen in Mexiko unterzeichnen Kooperationsverträge mit dem Internationalen Studien- und Sprachenkolleg (ISSK) der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz
Junge Erwachsene, die im Ausland die allgemeine Hochschulreife erlangen, können nahtlos ihr Studium in Deutschland aufnehmen. Diejenigen, die an einer Deutschen Auslandsschule den nationalen Schulabschluss absolviert haben, müssen einen zusätzlichen Schritt tun: Ihr Weg zu einem Studium in Deutschland führt über ein ein- oder zweisemestriges Studienkolleg, welches die jungen Menschen auf die sogenannte Feststellungsprüfung vorbereitet. Bestehen sie diese, erwerben die Absolventen die fachgebundene, direkte Hochschulzugangsberechtigung (HZB), die zum Studium an einer deutschen Universität oder Hochschule berechtigt.
„Das Interesse unserer Schüler an einem Studium in Deutschland ist groβ, sowohl seitens der angehenden Abiturienten als auch der Schüler, die den mexikanischen Schulabschluss anstreben“, berichtet Silvio Tasler, Studienberater an der Deutschen Schule in Mexiko-Stadt. „Jedes Jahr organisieren wir, zusammen mit dem DAAD Mexiko und den anderen Deutschen Schulen in Mexiko, eine deutsche Unimesse, bei der sich deutsche Hochschulen präsentieren und ein konkreter, direkter Austausch zwischen Schülern und Universitätsvertretern zustande kommt. Des Weiteren organisieren wir einmal jährlich die sogenannte Unitour, bei der unsere Schüler drei Wochen lang durch Deutschland reisen und verschiedene Universitäten, Studiengänge sowie Land und Leute kennen lernen.“
„Unsere Aufgabe ist aber nicht nur, den Schülern den Studienstandort Deutschland vorzustellen“, hebt Silvio Tasler hervor, „sondern überdies, ihnen den Weg zu einem Studium in diesem Land so weit wie möglich zu ebnen.“ In diesem Sinne wurde im November diesen Jahres ein Meilenstein gelegt: Die Deutschen Schulen in Guadalajara, Mexiko-Stadt und Puebla unterzeichneten Kooperationsverträge mit dem Internationalen Studien- und Sprachenkolleg (ISSK) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Worum geht es dabei? Bislang mussten Absolventen der mexikanischen Oberstufe in Deutschland vor Aufnahme ihres Studiums ein zumeist einjähriges Propädeutikum an einem Studienkolleg besuchen. Am Internationalen Studien- und Sprachenkolleg können die jungen Erwachsenen die Ausbildung am Studienkolleg in nur einem Semester absolvieren. Voraussetzung für die Aufnahmeprüfung zum Studienkolleg ist dank der Kooperationsverträge unter anderem lediglich, Absolvent einer der drei Deutschen Auslandsschulen in Mexiko zu sein und das Deutsche Sprachdiplom II erworben zu haben.
Das Studienkolleg in Mainz bietet Online-Kurse zur Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfungen in den Fächern Mathematik, Biologie oder Sprachwissenschaft an und gewährleistet damit eine bestmögliche Vorbereitung auf die anstehende Zugangsprüfung. Außerdem wird den mexikanischen Studierenden eine Unterkunft in einem Studierendenwohnheim garantiert, in welchem sie bis zum Abschluss ihres Studiums wohnen dürfen. Die Reservierung des Zimmers erfolgt online, so einfach wie die Buchung eines Hotelzimmers.
Der Abschluss der Kooperationsverträge basiert auf dem Studienberatertreffen in Bonn im März diesen Jahres. „Wir möchten den Schülern ohne direkte Hochschulzugangsberechtigung den Weg ins Studium in Deutschland erleichtern und verkürzen“, erklärte damals Silke Dosch-Reuting, Leiterin des ISSK und stellte das Konzept der Ausbildung am Studienkolleg vor. „Dieser Vortrag“, erzählt Silvio Tasler, „war für meine Arbeit als Studienberater von ganz besonderer Bedeutung. Im Anschluss daran erörterten wir zunächst gemeinsam die Möglichkeit, einen Kooperationsvertrag mit der Deutschen Schule in Mexiko-Stadt, an der ich tätig bin, abzuschlieβen. Diese Idee konnten wir schlieβlich multiplizieren und auch die anderen Deutschen Schulen in Mexiko dafür gewinnen.“
Vom 5. bis 18. November 2017 unternahmen Silke Dosch-Reuting und Antonio Barquero, Leiter des Bereichs Fremdsprachen am ISSK, eine Besuchs- und Informationsreise durch Mexiko, die sie zur Deutschen Schule in Guadalajara, Mexiko-Stadt und Puebla führte und unter anderem die Unterzeichnung der Kooperationsverträge vorsah. „Der Studienstandort Deutschland ist einer der vielfältigsten und attraktivsten der Welt“, resümierte Silke Dosch-Reuting. „Ich freue mich deshalb sehr, dass es durch den Abschluss dieser Vereinbarungen mit den Deutschen Schulen in Mexiko möglich sein wird, dass sich noch mehr mexikanische junge Menschen auf das Abenteuer ‚Studium in Deutschland‘ werden einlassen können.“
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